Autor: AdminBoehme

Bausachverständiger. Klingt nach Aktenordner. Ist aber alles andere als langweilig.

Jeder Auftrag ist anders.
Mal geht es aufs Dach.
Mal in den Keller.
Mal steckt die Ursache dort, wo sie niemand vermutet.
Manchmal reicht ein kurzer Blick – manchmal muss ganz genau geprüft werden.


Genau das macht diesen Beruf aus.
Nicht Vermutungen bestätigen.
Sondern Ursachen finden.


👉 Kein Gebäude gleicht dem anderen.
👉 Und genau deshalb gleicht auch kein Arbeitstag dem nächsten.

🔍 Heute entscheidet der Dongel.

Man kann über die Qualität einer Oberfläche diskutieren.
Oder man prüft sie.

Es sind einzelnen Schritte einer Haftzugprüfung nötig:
– Untergrund anrauen
– Dongel aufkleben
– überschüssigen Kleber entfernen
– Zugkraft aufbringen
– Abrissbild auswerten

Der spannende Moment kommt zum Schluss:
Wo versagt das System?

In diesem Fall jedenfalls nicht in der Haftung.
Der Dongel hat sauber Material aus dem mineralischen Untergrund herausgezogen. Das bedeutet: Die Haftung der geprüften Schichten war stärker als die Festigkeit des Untergrundes selbst.
So soll es sein.


Nicht jede Prüfung endet mit einem Mangel.
Aber jede Prüfung liefert Fakten.


👉 Nicht raten.
👉 Nicht hoffen.
👉 Dongel drauf. Prüfen.

Strahlender Sonnenschein. Trübe Aussichten für die Abdichtung.

Auf den ersten Blick sieht die Bauwerksabdichtung gar nicht schlecht aus.

Auf den zweiten Blick lässt sie sich einfach wieder abziehen.

Bei der Prüfung zeigen sich gleich mehrere Probleme:

❌ mangelhafte Untergrundvorbereitung
❌ kein erkennbarer Haftgrund
❌ nur ca. 1 mm Schichtdicke
❌ lediglich einlagig ausgeführt
❌ Altabdichtung noch vorhanden

Kurz gesagt:

Die Abdichtung ist vorhanden.
Nur leider nicht in einer Form, die dauerhaft funktionieren wird.

Besonders ärgerlich: Solche Maßnahmen vermitteln oft das Gefühl, das Problem sei gelöst.

Tatsächlich wurde die Feuchtigkeit hier eher vertagt als beseitigt.

Das Fazit fällt eindeutig aus:

👉 Das gehört erneuert.

👉 Nicht jede Sanierung ist eine Sanierung.
👉 Manchmal wurde das Problem quasi einfach neu überstrichen.

Von außen wirkt der Untergrund oft unauffällig.

Gleichmäßig. Fest. Baugeeignet.

Doch der Eindruck täuscht.

Der entscheidende Unterschied zeigt sich erst unter Belastung:
Ein Bereich trägt – der andere nicht.
Der Untergrund gibt nach, statt Widerstand zu leisten.

Was das in der Praxis bedeutet:

❌ ungleichmäßige Setzungen nach dem Bauen
❌ Rissbildungen in Bodenplatten und Gebäuden
❌ Verformungen von Wegen, Zufahrten und Gründungen
❌ Schäden, die nicht plötzlich entstehen – sondern sich entwickeln

Das Tückische daran:
Nicht tragfähiger Untergrund ist vorher oft nicht erkennbar.

Er sieht identisch aus.
Er verhält sich aber komplett anders.

Genau deshalb ist die Prüfung der Tragfähigkeit so entscheidend – bevor Lasten eingebracht werden.

👉 Bauprobleme beginnen nicht im Gebäude.
👉 Sie beginnen im Boden darunter.

Leitungswasserschaden behoben? Leider nein.

In diesem Keller wurde bereits ein Leitungswasserschaden getrocknet und saniert.
Problem gelöst?
Eher nicht.

Bei der weiteren Prüfung zeigt sich:
Da kommt noch deutlich mehr hinterher.

Undichtigkeiten, zusätzliche Feuchtigkeitseinträge und Hinweise darauf, dass auch der Sockelbereich weiter Wasser ins Gebäude bringt.

Das Ergebnis?
Ein Schaden, der schnell richtig teuer wird:

💸 ca. 70.000 € innen
💸 plus weitere 20.000–30.000 € außen

Und genau deshalb ist eine Kaufbegleitung wichtig.
Denn bei so einem Objekt hätten wir ganz klar gesagt:

👉 Finger weg.
Oder nur mit vollem Bewusstsein über das, was da finanziell noch wartet.

👉 Nicht jeder Schaden ist nach der Trocknung erledigt.
👉 Manchmal fängt das eigentliche Problem dann erst an.