Autor: AdminBoehme

Geplant ist nicht zwingend gleich gebaut…

In der Zeichnung:
Eine durchgehende Bodenplatte für Haus und Garage.

In der Ausführung:
Zwei getrennte Bodenplatten – übereinander angeordnet.

Was zunächst wie eine kleine Abweichung wirkt, hat erhebliche Auswirkungen:
Unterschiedliche Lastabtragung, Bewegungen im Baukörper und Spannungen im Übergangsbereich.

Das Ergebnis ist absehbar:
Risse im Mauerwerk sind hier keine Frage des „Ob“, sondern des „Wann“.

👉 Nicht jede Ausführung entspricht der Planung.
👉 Und nicht jede Abweichung bleibt ohne Folgen.

Improvisation am Schornstein? Lieber nicht.

Auf den ersten Blick wirkt der Anschluss am Schornstein unauffällig.
Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch:
Unten lässt sich die Abdichtung mit dem Finger öffnen –
oben wurde mangels passender Nägel einfach geschraubt.

Was hier wie eine kleine Abweichung wirkt, ist in Wirklichkeit ein Detail mit großer Wirkung.
Gerade am Schornstein treffen unterschiedliche Materialien und Anforderungen aufeinander – hier muss die Ausführung besonders sorgfältig sein.

👉 Nicht jede Befestigung ist gleich geeignet.
👉 Und nicht jede Abdichtung hält, was sie verspricht.

Wenn der Untergrund nicht passt, hält auch die Abdichtung nicht

Beim Rückbau einer Abdichtung zeigt sich:
Die Ausführung war von Anfang an problematisch.

Auf der Klinkerauflagerfläche wurden Materialien eingesetzt, die für diesen Bereich nicht geeignet sind.
Hinzu kommt: Bereits sichtbare Salzbildung deutet darauf hin, dass die Haftung langfristig nicht funktionieren kann.

Das Ergebnis ist absehbar – die Abdichtung hätte so nicht dauerhaft gehalten.

👉 Nicht jede Abdichtung scheitert am Material.
👉 Oft scheitert sie am Untergrund.

Wenn Details am Dachrand entscheiden

Auf den ersten Blick wirkt der Dachrand sauber ausgeführt.
Bei genauerer Prüfung zeigt sich jedoch: Die Attikaabdeckung wurde nicht fachgerecht ausgeführt.

Verbindungen wurden nicht verlötet, und auch die Ausladung der Abdeckung ist zu gering bemessen.
Damit fehlt der notwendige Schutz für die darunterliegende Holzkonstruktion.

Gerade an solchen Details entscheidet sich, ob eine Konstruktion dauerhaft dicht bleibt – oder ob Regenwasser seinen Weg ins Bauteil findet.

Dachziegel – scheinbar verlegt, aber nicht ausreichend gesichert

Auf den ersten Blick wirkt das Dach ordentlich gedeckt.
Bei genauer Prüfung zeigt sich jedoch:
Die Dachziegel sind nicht ausreichend geklammert.

Gerade bei exponierten Lagen – wie hier auf dem Kamm eines Hügels – ist das Dach besonders stark dem Wind ausgesetzt.

Die fachgerechte Klammerung ist in solchen Fällen kein „Extra“, sondern zwingend notwendig.
Der zeitliche Aufwand dafür hätte etwa 4–5 Stunden betragen.
Diese Zeit wurde eingespart – mit dem Ergebnis, dass das Dach nicht regelgerecht ausgeführt wurde.

Die Folgen können erheblich sein:
lockere oder verschobene Ziegel, eindringende Feuchtigkeit, Sturmschäden und im Ernstfall Risiken für Gebäude und Personen.

👉 Sorgfalt am Dach entscheidet über Sicherheit – nicht Geschwindigkeit.

Als Sachverständiger prüfe ich, in diesem Fall und immer gerne in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Bedachungen Wiegard, ob Dächer den technischen Anforderungen und den tatsächlichen Belastungen am Standort gerecht werden.